Was macht eigentlich ein Archivar?

11 Studierende des ersten und zweiten Semesters waren am 1. Juli 2010 zu einem halb-tägigen Informationsbesuch im nordrhein-westfälischen Landesarchiv in Düsseldorf. Im Rahmen eines Unterrichts-Projektes zum Thema „investigative Recherche“ hatten Sie dort die Möglichkeit, Grundlagen für gezielte Nachforschungen in großen öffentlichen Archiven kennen zu lernen. Dazu gehörte u.a. auch ein Exkurs, wie man über die sogenannten Findmittel gezielt an Akten und Dokumente herankommen kann.

Joachim Pieper vom Archivpädagogischen Dienst des Landesarchives führte die Studierenden zusätzlich in die Konservierungsabteilung, wo alte und geschichtlich wertvolle Dokumente wie z.B. Bücher oder Siegel für die weitere Nutzung in der Zukunft erhalten werden. Anschließend ging es in den großen Lesesaal des Landesarchives, in dem viele Dokumente – zum Teil unter Verwendung von Hilfsmitteln – eingesehen werden können.

Am Ende ermöglichte Joachim Pieper den Studierenden noch die Möglichkeit, Einsicht in originale Entnazifizierungsakten von Bürgern aus NRW zu nehmen, die meist in den ersten Nachkriegsjahren von der britischen Besatzungsmacht erstellt worden sind und die heute zum festen Aktenbestand des Landesarchives gehören. Beeindruckt waren die Studierenden auch von der Größe des Archives, das auf etwa 110 „Regalkilometern“ Dokumente aufbewahrt, die bis zu 1200 Jahre alt sind. Wie die Studierenden außerdem erfuhren, soll das Landesarchiv 2013 oder spätestens 2014 mit seinen Beständen an den Duisburger Innenhafen umziehen. Dann könnte es auch verstärkt für ähnliche Unterrichtsprojekte von den Studierenden genutzt werden.

Das Thema „investigative Recherche“ gehört zum festen Bestandteil der Ausbildung zum Redakteur für Digital- und Printmedien an der Medien- und Bildungsakademie Duisburg. Im Rahmen des Journalismus-Unterrichtes werden dabei unterschiedliche Projekte durchgeführt, die die Studierenden damit vertraut machen sollen, sorgfältig und zielgerichtet Informationen zu sammeln, die kaum oder gar nicht im Internet abrufbar sind. Schon mehrfach wurde dabei auch auf Unterlagen des Duisburger Stadtarchives zurückgegriffen, die z.T. nur noch als Mikrofilm erhalten sind und nur an speziellen Lesegeräten „sichtbar“ gemacht werden können.