Konfrontation mit der deutschen Vergangenheit

Studierende unserer Akademie, die meisten aus dem fünften Semester, besuchten am 05. Dezember 2011 eine Sonderausstellung im Essener Landgericht, bei der es um die Rolle der deutschen Justiz in der NS-Zeit ging. An verschiedenen Einzelschicksalen wurde dabei erläutert, dass auch Rechtsanwälte und Richter aus dem Ruhrgebiet der Verfolgung und Deportation ausgesetzt waren und in mehreren Fällen in Konzentrationslagern in den Niederlanden und in Auschwitz ums Leben kamen.

Ein Teil der Ausstellung widmete sich darüber hinaus unverhältnismäßig harten Strafen durch sog. Sondergerichte, wie es sie z.B. in Duisburg, Essen und Dortmund gab. Sie sorgten in nicht wenigen Fällen für Todesurteile wegen kleinerer Bagatelldelikte, um einen „Abschreckungseffekt“ zu erzielen. Die Ausstellung im Essener Landgericht basiert zu erheblichen Teilen auf den Recherchen eines bekannten Staatsanwaltes, der auch mehrere Bücher über die unheilvolle Rolle der Justiz in der NS-Zeit verfasst hat.

Der Besuch im Landgericht war kurzfristig im Journalismus-Unterricht vorbereitet worden. Er soll demnächst durch eine praktische Übung zum Thema „Ereignisbericht“ ergänzt werden, der dann auf einer anderen Internetseite online gestellt wird. Dabei sollen die Studierenden realitätsnah darstellen, wie über derartige Veranstaltungen in Online- oder Printmedien berichtet werden kann.

Im April 2012 will ein Teil der Studierenden auch gemeinsam nach Berlin reisen, um verschiedene geschichtsträchtige Orte zu besuchen. Begleitet werden Sie dabei von ihrem Journalismus-Dozenten, der in den neunziger Jahren für zahlreiche Filmprojekte in der deutschen Hauptstadt recherchiert hat.