Ein Wochenende in Berlin

Wochenlang hatten wir uns auf die Tour gefreut und im Unterricht der Akademie das eine oder andere über Berlin recherchiert. Doch als es dann endlich soweit war, am dritten November-Wochenende 2008, spielte das Wetter nicht so ganz mit. Denn bei gefühlten Minus 5 Grad war der Trip anstrengend und lustig zugleich. Aber manchmal fiel es uns nicht so leicht, die Tour in die deutsche Hauptstadt zu genießen.

Ungemütlich fing es bereits am Flughafen in Weeze an. Es reichte nicht, dass es draußen wie aus Eimern schüttete, der Service des Fliegers ließ auch viel zu wünschen übrig. Bis wir im Flieger saßen, waren wir klatsch nass. Der Start war echt ein Albtraum, man fürchtete sich vor dem Unwetter. Nun ja, wir sind trotzdem heil und gesund in Berlin gelandet. Als wir nun endlich da waren, konnten wir es kaum erwarten ins Hotel zu kommen. Denn das war eine gute Sache, für wenig Geld sehr ordentlich gewohnt und die Empfangsdamen erfüllten uns jeden Wunsch.

Die Verkehrsverbindung in Berlin war auch super, alle 3-6 Minuten fuhren Bus, U-Bahn und S-Bahn, was uns die hektische „Sight-SeeingTour“ unseres Dozenten sehr erleichtert hat. Während unserer Reise haben wir unter anderem die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendler-Block besichtigt, den Checkpoint Charlie besucht, das Gleis 17 erkundet, das Brandenburger Tor bestaunt, das Holocaust-Mahnmal betrauert und den Reichstag bewundert. Leider haben nicht alle von uns alles gesehen, da die Kälte einige immer „wieder“ ins warme Hotel trieb *hüstel*. Aber zum Glück hatten am Abend alle genug Kraft, schön was trinken zu gehen, denn direkt in unserer Nähe gab es einen stimmig eingerichteten Irish Pub (empfehlenswert), in dem wir uns herrlich amüsierten und die gemeinsamen Abende sehr genossen. Einige hatten sogar genug Laune danach die restlichen Kneipen und Diskotheken Berlins unsicher zu machen, andere zogen sich lieber in die wohlige Wärme des Hotels zurück, um sich dort weiter zu vergnügen. Auf jeden Fall hat es Berlin geschafft, dass wir uns alle prächtig unterhalten konnten.

Die Hauptstadt ist wahnsinnig groß und wirkt enorm anziehend, es ist erstaunlich wie viel Geschichten diese Stadt allein beim Anblick ihrer monumentalen Bauten erzählen kann. In vielen  Teilen Berlins ist der Verlauf der früheren Mauer gekennzeichnet, manchmal steht sogar noch ein Überbleibsel der einst gewaltigen Trennlinie. Fast an jeder Wand hängen Schilder, die die geschichtliche Bedeutung der vielen Gebäude aufzeigen, an den Straßenschildern sind Daten und Namen akribisch genau aufgeführt, man saugt die Geschichte Berlins förmlich in sich auf.

Aufgrund der arktischen Kälte ist ein Abstecher nach Berlin allerdings nur im Sommer für verweichlichte Ruhrpott-Studierende empfehlenswert.

Trotz der Tatsache, dass Berlin ein Ort mit dunkler Vergangenheit ist, fällt es einem leicht, sich in die rauschenden Neonreklamen am Potsdamer Platz zu verlieren und einfach nur eine Menge Spaß zu haben. Man sollte aber immer einen ortskundigen Dozenten mit einem ausgezeichneten Kneipenwissen, einer Orientierungsfähigkeit wie bei einem Navi und einer Leber wie bei einem erprobten Hobby-Alkoholiker für einen kurzen Trip in die famose Hauptstadt Deutschlands zur Hand haben. Dann steht einem gelungenen Abend in Berlin nichts mehr im Wege.