Ausflug zur WAZ-Mediengruppe – Wie entsteht eigentlich eine Tageszeitung?

Am 8. Februar 2012 hatten die Studierenden der Medien- und Bildungsakademie Duisburg die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der WAZ-Mediengruppe, eines der bedeutendsten europäischen Medienunternehmen, zu werfen.

Die WAZ Mediengruppe ist ein international agierendes Unternehmen, das mittlerweile kein reines Zeitungshaus mehr ist, sondern auch Radiosender hat und Fernsehen macht. Der Hauptsitz befindet sich in Essen, doch ist die WAZ-Gruppe in zehn europäischen Ländern vertreten und hat rund 18.000 Mitarbeiter.

Nach Betreten des riesigen Gebäudekomplexes wurden wir von Edmund Weidenbach, langjähriger Mitarbeiter der WAZ, begrüßt. Er stellte uns die fast europaweit tätige WAZ-Mediengruppe in einer Übersicht vor. Unser Rundgang begann in der Online-Redaktion von www.derwesten.de, dem gemeinsamen Internetportal der Westdeutschen Allgemeinen, der Neuen Ruhr/Rhein Zeitung sowie der ebenfalls zum Gesamtkonzern gehörenden Westfälischen Rundschau und der Westfalenpost. Weiter ging es in eine Redaktion, in der gerade Hochbetrieb herrschte. Kurz vor Redaktionsschluss wurde hektisch umhergelaufen, Artikel besprochen und man merkte deutlich eine Spannung, die in der Luft lag.

Dann geht es weiter ins Druckhaus, wo man im sogenannten Rollenkeller beginnt. Dort staunt man über die Anzahl der aufgestapelten überdimensionalen Papierrollen. Dort lagert das Papier, aus dem die Zeitungen gemacht werden, dazu ca. 180 bis 200 Rollen pro Tag. Eine Etage höher befindet sich das Herzstück des Druckhauses – die Rotationsdruckmaschinen. Sieben Rotationsmaschinen mit je drei Drucktürmen und einer Falz erstrecken sich über etliche Meter. Jeder Druckturm wird über ein elektronisches Bedienpult von einem Drucker bedient und kann bis zu 16 Seiten einer Zeitung drucken, beidseitig. Unten kommt quasi weißes Endlospapier hinein – oben eine fertig gedruckte, zugeschnittene und gefaltete Zeitung heraus.

Gedruckt wir im Offsetverfahren, einem indirekten Druckverfahren. Die zu druckenden Seiten werden dabei erst auf ein Drucktuch aus Gummi gedruckt und anschließend auf das Papier übertragen.

Am Ende werden die Zeitungen automatisch an Klammern, die an Kettenbändern hängen, festgeklemmt und fahren eine Etage nach oben. Dort werden den Zeitungen gegebenenfalls noch Beilagen – zum Beispiel Werbeprospekte – zugeführt, bevor sie in Stapeln verpackt den weiteren Weg Richtung Verkaufsstellen und Leser finden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei der WAZ-Mediengruppe, die es uns in einer dreistündigen, sehr informativen Exkursion ermöglicht hat, die Zeitungsproduktion einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

(Bericht: Bastian Bernschneider)